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Altmarkkreis Salzwedel: Positiv zusammen leben – aber sicher – in Altmarkkreis Salzwedel

Pressemeldung vom 26. November 2010, 14:58 Uhr

Neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag will Stigmatisierung und Diskriminierung ab-
bauen

Berlin/Köln/Bonn, 1. November 2010. Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler hat heute
in Berlin die neue Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum
Welt-Aids-Tag unter dem Motto „Positiv zusammen leben – aber sicher!“ gestartet. Im Mittel-
punkt stehen HIV-positive Menschen, die authentisch Einblick in ihr Leben geben und von ihren
alltäglichen Erfahrungen berichten. Ziel der Kampagne ist es, Stigmatisierung und Diskriminie-
rung abzubauen und eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über HIV und AIDS in
der Gesellschaft zu initiieren. Eine derartige nationale Kampagne ist europaweit einmalig.

Die neue Kampagne wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam
mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen AIDS-Hilfe und der Deutschen
AIDS-Stiftung durchgeführt und vom Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) und
dem Fachverband Außenwerbung (FAW) unterstützt. Sie ist auf mehrere Jahre angelegt. Mit
den Themenschwerpunkten „HIV und Arbeit“, „HIV und Freundschaft“ sowie „Einschränkungen
mit HIV“ rückt die BZgA mit ihrer Welt-Aids-Tags-Kampagne nah an die Erfahrungswelten der
Menschen heran und erreicht dadurch eine breite Zielgruppe, von der Jugend bis zu Arbeit-
nehmern und Arbeitgebern.

Anlässlich des Kampagnenstarts erklärt Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler: „Die
differenzierte und nachhaltige Präventionsstrategie in Deutschland hat dazu geführt, dass wir
mit jährlich etwa 3.000 HIV-Neuinfektionen eine der niedrigsten Neuinfektionsraten in Europa
haben. Wir wissen, dass ein offener und diskriminierungsfreier Umgang mit der Thematik HIV
und AIDS und den Betroffenen die zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Prävention ist.
Deshalb wollen wir mit dieser Solidaritätskampagne ermutigen: Ermutigen über HIV und AIDS
zu reden und sich über Risikoverhalten und den notwendigen Schutz auszutauschen. Wir benö-
tigen die Solidarität und Aufmerksamkeit aller, damit es uns gemeinsam gelingen kann, die Zahl
der Neuinfektionen in Zukunft zu senken.“

„Seit Beginn der Aidsaufklärung hat sich in Deutschland sehr schnell eine stabile soziale Norm
gegen Diskriminierung und Stigmatisierung entwickelt, wie unsere Repräsentativstudie zeigt“,
sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
„Die Aufforderung, sich gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung zu engagieren, spielt seit Be-
ginn der Aidsprävention eine genauso wichtige Rolle wie die Motivation zum Schutzverhalten.
Dennoch erleben Betroffene ihre Lebenssituation oft auch heute noch als problematisch, weil
sie konkrete Nachteile erfahren. Deshalb danke ich den HIV-positiven Botschafterinnen und
Botschaftern, die sich mit viel Mut für diese Kampagne engagieren und sich bereit gefunden
haben, das Leben mit HIV in unserer Gesellschaft sichtbarer zu machen.“

Die Deutsche AIDS-Hilfe setzt sich im Rahmen der Kampagne besonders für Betroffene ein.
„Gerade am Arbeitsplatz ist die Angst vor Mobbing oder einem Karriereende besonders groß“,
erklärt Silke Klumb, Geschäftsführerin der Deutschen AIDS-Hilfe. „Dabei zeigt unsere Erfah-
rung, dass HIV-Positive im Schnitt genauso leistungsfähig sind wie ihre Kolleginnen und Kolle-
gen. Etwa zwei Drittel der HIV-Positiven in Deutschland arbeiten. Kaum einer weiß dies, weil
sich ein Großteil aus verständlichen Gründen nicht outet. Unternehmen sollten mit klaren Rege-
lungen und der Vorbildfunktion ihres Managements die Diskriminierung von Menschen mit
HIV/AIDS abbauen und so ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen.“

Besonders wichtig ist die Unterstützung durch die Familie und den Freundeskreis für jüngere
HIV-Positive. Darauf macht die Deutsche AIDS-Stiftung aufmerksam. „Da HIV so stark tabuisiert
wird, fällt es vor allem HIV-Positiven oft schwer, mit anderen über ihre Infektion oder Krankheit
und ihre Bedürfnisse zu sprechen“, sagt Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der
Deutschen AIDS-Stiftung. „Darüber hinaus führt die HIV-Infektion häufig zu materieller Bedürf-
tigkeit, wenn Menschen nicht mehr arbeiten können und gerade als jüngere Menschen nur klei-
ne Renten erhalten.“ Die Deutsche AIDS-Stiftung hilft jährlich mehr als 3.000 infizierten und
aidskranken Menschen in Deutschland in akuten Notlagen oder mit Hilfsprojekten.

Die Kampagne „Positiv zusammen leben – aber sicher!“ startet am 1. November. Auf
www.welt-aids-tag.de berichten Botschafterinnen und Botschafter mit und ohne HIV in Online-
Clips aus ihrem Leben und geben Beispiele für solidarisches Verhalten. Das interaktive Kam-
pagnenportal lädt zur Diskussion und Auseinandersetzung ein und informiert über die einzelnen
Themenbereiche.

Die drei Themenschwerpunkte „HIV und Arbeitswelt“, „Freundschaft und HIV“ und „Einschrän-
kung durch HIV“ bilden auch die Grundlage für die diesjährigen drei Plakatmotive. Auf 25.000
Plakaten, in Flyern und auf Postkarten werben die Botschafterinnen und Botschafter für Akzep-
tanz und gegen Stigmatisierung und Diskriminierung. Sie sind bis zum Welt-Aids-Tag am 1.
Dezember und darüber hinaus bei Veranstaltungen zum Thema HIV und AIDS präsent.

Weitere Informationen unter www.welt-aids-tag.de

Quelle: Altmarkkreis Salzwedel, Pressestelle

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