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Altmarkkreis Salzwedel: Waldarbeiter beginnen mit Prognose- und Überwachungsmaßnahmen

Pressemeldung vom 6. Dezember 2010, 12:55 Uhr

Auf der Suche nach Nonne, Spinner, Spanner und Eule

Ab Dezember beginnen in den Wäldern des Altmarkkreises Salzwedel die so genannten Winterbodensuchen nach Forstschadinsekten. Sie heißen Kiefernspinner, -spanner, -buschhornblattwespe, Forleule und überwintern je nach Art als Puppe oder Raupe in der Bodenstreu.
Gesucht wird auch nach Eispiegeln der Nonne, neben dem Kiefernspinner eines der gefährlichsten Großschadinsekten. Das Risiko besteht darin, dass durch die Raupen der genannten Insekten die Gesundheit der Kiefern im Folgejahr gefährdet werden können. Bereits 2009 kam es im Bereich der Letzlinger Heide zu Raupenfraß durch die Kiefernbuschhornblattwespe, der in Verbindung mit einen Wärme liebenden Pilz zum Absterben ganzer Kiefernbestände führte.
Die Winterbodensuche zählt zu den ältesten Überwachungs- und Prognoseverfahren. Hierzu werden durch erfahrene Forstwirte die Suchen nach einem festgelegten Raster durchgeführt und die Bodenstreu je Probebestand auf 10 x 0,5 m² nach Überwinterungsstadien der Kiefernschadinsekten durchsucht.

Bei der Nonne erfolgt das Suchen von Eispiegeln und Puppenhülsen an so genannten Zählstammgruppen. Diese Zählstammgruppen sollen über Jahre hinweg beprobt werden und erhalten im Winterhalbjahr 2010/11 eine erstmalig, dauerhaft mit Farbe zu kennzeichnende Rasternummer.

Für die Waldbesitzer ergeben sich aus beiden Prognoseverfahren keine Einschränkungen, zumal bei der Winterboden- bzw. Eispiegelsuche nur die Eier bzw. die Überwinterungsstadien der Schadinsekten entnommen werden. Die durchsuchte Bodenstreu verbleibt im Wald.
Nach der Probeentnahme in den Wäldern wird in der Nordwestdeutschen forstlichen Versuchsanstalt Art, Vitalität, Geschlecht und Parasitisierungsgrad bestimmt. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, ob und in welchem Umfang mit Schäden in den Kiefernwäldern zu erwarten ist. Sollte eine solche Gefahr bestehen, ist durch weitere Untersuchungen das Schadgebiet abzugrenzen.

Die Suchen, werden im Landes-, Kommunal- und Privatwald des Altmarkkreises durch das Landeszentrum Wald (Betreuungsforstämter Letzlingen, Nordöstliche Altmark und Westliche Altmark) durchgeführt. In den Bundesforsten erfolgt die Suche in Eigenregie.

Sollte die Gefahr einer Kalamität bestehen, werden die Besitzer über einzuleitende, notwendige Gegenmaßnahmen zeitnah informiert.
Für Nachfragen steht die Untere Forstbehörde unter den Telefonnummern 03901 840 425 oder -805 oder -812 zur Verfügung.

Quelle: Altmarkkreis Salzwedel, Pressestelle

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