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Halberstadt: Halberstädter Exponat in französischem Nationalmuseum

Pressemeldung vom 12. März 2014, 08:36 Uhr

Am Montag (10. März 2014) übergaben der Direktor des Städtischen Museums Halberstadt und der Vertreter des Halberstädter Geschichtsvereins Claus-Dieter Kunkel die preußische Signaltrompete des Kürassiers Binkebank als Leihgabe an das kurz vor Eröffnung stehende Museum in Gravelotte bei Metz.

Die neue, vom Kulturministerium und dem Departement Moselle finanzierte Einrichtung wird künftig zu den französischen Nationalmuseen zählen.
Eric Necker, der Chefkonservator des Departements und Christine Tourneux nahmen das Exponat in Empfang. Die Übergabe der Leihgabe ist der bisherige Höhepunkt einer Kooperation zwischen Halberstadt und Metz-Gravelotte, die 1993 begann.
Das neue Gebäude des Museums des Krieges von 1870/71 und der Annexionszeit an der Rue de Metz am Eingang der Gemeinde Gravelotte, genau gegenüber der in „deutscher Zeit“ gebauten Gedenkhalle, sieht noch sehr nach Baustelle aus. Intensiv wird an der Fassade und der Vorplatzgestaltung gearbeitet. Auch im Erdgeschoss mit Empfangs-, Vortrags- und Sonderausstellungsräumen gibt es augenscheinlich noch viel zu tun.
Der Eindruck ändert sich im Ausstellungsgeschoss in der ersten Etage. Die Vitrinen, die in wenigen Tagen die Exponate aufnehmen, stehen an Ort und Stelle.

Zahlreiche Gemälde lehnen verpackt an den Wänden, die schon mit Informationen zu den historischen Ereignissen vor nunmehr 144 Jahren versehen sind. Zusammen mit zwei großen, auf Podesten platzierten Haubitzen ist bereits eine Vorstellung der späteren Ausstellung im architektonisch minimalistischen Raumkonzept möglich. Chefkonservator Eric Necker erläuterte dem Besuch aus Halberstadt die Konzeption der Präsentation. Einer nicht überfrachteten, sich auf das Wesentliche konzentrierenden Informationsvermittlung, gepaart mit beeindruckenden Exponaten und zahlreichen medialen Bild- und Toninstallationen. Die Texte aus der unmittelbaren Kriegszeit sind in französisch-deutsch und der Zeit nach dem Kriegsende in deutsch-franzsösisch gehalten. Einen Überblick der zeitgeschichtlichen Ereignisse geben Zeitungsberichte aus beiden Ländern.
Gleich unmittelbar im Zugangsbereich der Ausstellungsetage wird die Leihgabe des Halberstädter Museums, die „Trompete von Mars la Tour“ des in Osterwieck geborenen Kürassiers Binkebank zu sehen sein, an ganz prominenter Stelle also.
Die ehemals in der „Ruhmeshalle“ der Paulskirche in Halberstadt installierte Trompete war im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Gedächtnisikone des dritten, von Bismarck provozierten „Einigungskrieges“. An dessen Ende wurde der preußische König Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zu „Kaiser Wilhelm“. Das war die Geburtsstunde des Deutschen Reiches.

Das Signalinstrument erinnerte an den „Opfergang“ der Halberstädter Kürassiere, der Braunschweiger Husaren und der Ulanen aus Salzwedel am 16. August 1870 in der Nähe von Gravelotte, einer Reiterattacke, an der am Ende fast die Hälfte der 800 Reiter starken Truppe tot oder verwundet war.

Zahlreiche prominente Gäste werden zur Eröffnung des Museums, der größten und modernsten Einrichtung zur Geschichte des Krieges von 1870/71 am 17. April erwartet. So die Minister für Kultur und Verteidigung der Republik Frankreich, der Kanzleramtsminister Peter Altmaier, die Botschafterein der Bundesrepublik Susanne Wasum-Rainer, die Ministerpräsidentinnen des Saarlandes Annegret Kamp-Karrenbauer, von Rheinland-Pflaz, Malu Dreyer und natürlich die Repräsentanten des Departements Moselle.
Aus Halberstadt werden Mitglieder des Stadtparlaments, Mitarbeiter des Museums und Mitglieder des Geschichtsvereins nach Frankreich fahren.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Halberstadt

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