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Halberstadt: Rettung für die Sandsteinfelsen in den Klusbergen? – Spendenaufruf des Halberstädter Berge Vereins

Pressemeldung vom 26. Februar 2013, 12:21 Uhr

Die Sandsteinfelsen in den Klusbergen, besonders der Klusfelsen sind ein einmaliges Zeugnis deutscher Geschichte. Heute, 937 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung sind die Sandsteinfelsen durch Wildwuchs von Bäumen, Verwitterung und Vandalismus im Bestand sehr stark gefährdet. Zur Sicherung und zum Erhalt des mehrfachen Denkmals sind finanzielle Mittel erforderlich, die durch die Stadt Halberstadt allein nicht aufzubringen sind. Deshalb bittet der Verein „Halberstädter Berge e.V.“, der im Jahr 2010 gegründet wurde und dessen Schirmherr Oberbürgermeister Henke ist, um Spenden. „Bitte helfen Sie mit, diese historisch einmaligen Höhlenräume zu erhalten!“, wenden sich die Mitglieder des Halberstädter Berge Vereins an die Bürger und Freunde der Stadt. Spenden können auf folgendes Konto der „Harzsparkasse – Kto. 339 824 760 // BLZ 81052000 eingezahlt werden.

Ein kurzer geschichtlicher Überblick soll dazu noch einmal die Bedeutung hervorheben:
Aus der Jungsteinzeit, ca. 12.000 Jahre vor Christi stammende Funde belegen, dass bereits vor 14.000 Jahren hier Menschen lebten. Die aufragenden Felsen, also der Klusfelsen, der Fünffingerfelsen und der Teufelsstuhl scheinen zu dieser Zeit als Kult- und Versammlungsstätten gedient zu haben.

In einer der ersten urkundlichen Erwähnungen aus dem Jahre 1070 wird berichtet, dass durch das Frauenkloster vom Münzenberg in Quedlinburg als damaliger Eigentümer der Klusfelsen die Erlaubnis erteilt wurde, eine Einsiedelei zu errichten.
Von dem Begriff „Klausner“ (Einsiedler) wurde der Name für die Klusberge abgeleitet. Von einem dieser christlichen Klausner wird berichtet, „er habe von den für guten Rat und Gebete ihm gespendeten Gaben das Adämchen, das Glöckchen auf dem Dachreiter des Doms, gießen lassen; viel Silber sei auf sein Geheiß mit in die Glockenspeise gemischt, daher der helle Ton des Glöckchens.“ Spätestens seit dieser Zeit bestanden die Räumlichkeiten auf und im Klusfelsen aus der Klause und der Kapelle.
In einer Urkunde vom 2. Mai 1363 wird der Rat von Halberstadt mit dem Klusfelsen belehnt und zahlte dafür eine jährliche Abgabe von 2M Wersilbers, hierbei hatte sich das Kloster die Molkenmühle damals als (mulleken – kleine Mühle) bezeichnet und den Berg auf dem sich der Klusfelsen befindet, vorbehalten. 1443 kommt dann auch die Molkenmühle und die Berge als Lehen an den Rat von Halberstadt der sie 1445 als Lehen an den „bescheidenen Manne Bruno vame Hagen“, „in Erbenzins gibt“ (diese Urkunde befindet sich im Original im Archiv in Magdeburg). Belegt ist, dass um 1516 diese Kapelle von einer Bruderschaft der Hirten und Schäfer genutzt wurde. In einer Urkunde aus diesem Jahre wird beschrieben „die Hirten von Halberstadt und Umgebung hätten, ihre Frauen und Kinder eingeschlossen, eine Bruderschaft errichtet und die Kapelle zum heil. Kreuz in der Klus, welche auch Kenstein genannt wird, mit Schafen und Almosen ausgestattet behufs Abhaltung von Seelenmessen für verstorbene Hirten und Gebete für die Seelen der Lebenden.“ Daraus geht hervor, dass die kleine Höhle mit dem eingeritzten Kreuz wirklich als Kapelle gedient hat.
Die Klusberge waren zu dieser Zeit noch unbewaldet wie auf den Gemälden von Ernst Helbig (1832) und Wilhelm Steuerwald (1850) zu sehen ist. Erst 1863 wurde auf Anregung des Oberbürgermeisters Becker das öde Land bewaldet und durch Kiefernanpflanzungen mit angelegten Wanderwegen versehen. Seitdem ist die Halberstädter Schweiz, wie der Volksmund sagt, ein beliebter Spaziergang geworden.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Halberstadt

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