Energiewechsel

Haldensleben: Philosophischer Salon mit Janina Otto (Magistra Artium Philosophie)

Pressemeldung vom 5. Februar 2013, 13:47 Uhr

Die Großstädte und das Geistesleben – Georg Simmel

„Die Dörfler und Kleinstädter seien ‚kleinkariert‘ und die Großstädter weltoffener.“ So oder ähnlich hört man es manchmal in Diskussionen über den Kontrast Kleinstadt/Großstadt. Sind das nur Vorurteile oder ist da etwas Wahres dran? Ticken die Bürger der Kleinstadt und auf dem Lande anders als die Bewohner der Großstädte und Metropolen?
Der Soziologe Georg Simmel hat sich in seinem 1903 erschienenen Aufsatz mit dieser Problematik befasst und versucht zu ergründen, warum der Großstädter anders sei als der Kleinstädter. Der Großstädter sei dabei – im Gegensatz zum Kleinstädter – ständig einer „Steigerung des Nervenlebens“ ausgesetzt. Die Notwendigkeit und gleichzeitige Unfähigkeit den ununterbrochenen Strom der Großstadtreize zu verarbeiten, führe zum gesteigerten „intellektuellen Charakter“ des Großstädters und zu der ihm zugeschriebenen „Blasiertheit“. Erkennbar wird die Blasiertheit in der Abstumpfung gegenüber dem Unterscheiden der Dinge. Allerdings ermögliche die funktionelle Größe der Stadt und diese Anonymität eine gewisse Bewegungsfreiheit. Beides fordere auf, seine Persönlichkeit zur Geltung zu bringen. Der Kleinstädter hingegen sei eingeengt in der Gemeinschaft/Nachbarschaft und handle mehr nach seinem Gefühl. Die Lektüre des Aufsatzes wird empfohlen. Eine Kopie kann sich kostenfrei in der KulturFabrik abgeholt werden.

Der Eintritt zu diesem Diskussionsabend ist frei.

Quelle: KulturFabrik Haldensleben

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