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Stolberg: Das goldene Zeitalter war auch nicht aus Gold

Pressemeldung vom 25. Juni 2012, 11:19 Uhr

Eine neue Kunstausstellung erwartet die Besucher des Schlosses in Stolberg ab den 30. Juni 2012. Der Leipziger Künstler Karl Anton zeigt unter dem Titel „Das goldene Zeitalter“ Arbeiten auf Papier.

Die Arbeiten von Karl Anton haben vielleicht durch ihren Goldockerton der Serie ihren Namen gegeben und bilden eine neue Fassette im Oeuvre des Künstlers.
Karl Anton zeichnet mit Kopierstift, einem Werkzeug, welches heute vollkommen aus dem Blickwinkel der Menschen verschwunden ist. Äußerlich wie ein Bleistift aussehend, färbt sich die gezogene Linie violett, wenn sie mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Vor der Einführung des Kugelschreibers war der Stift überall dort im Gebrauch, wo schnell geschrieben werden musste und die Eintragung nicht radiert werden durfte. Heute finden sich noch einzelne Exemplare in alten Schubkästen und Schränken. Anton spürt sie auf und nutzt sie für seine Zeichnungen. Aber kann man da eigentlich vom Zeichnen sprechen? Durch Überlagerung von Linien entstehen Zeichen, Symbole. Diese werden, von meist in Goldocker gehaltenen Monotypyen überlagert und tauchen die Arbeiten in die Atmosphäre einer Zwischenwelt, sie verlieren ihre Konkretheit. Als nächste Ebene fügt Anton Textversatzstücke in die Werke ein. Hier geht es nicht vordergründig um eine Information die der Künstler dem Betrachter geben will. Die Buchstaben überlagern sich und geben erst nach längerem Hinsehen bruchstückhaft ihren Inhalt preis. Der Betrachter wird zum Entdecker. Die Schrift ist vielmehr ein grafisches Element. In Verehrung für Ingeborg Bachmann hat Karl Anton Auszüge aus ihren Gedichten und Gedichtsstellen aus der eigenen Werkstatt verwendet.
„Das goldene Zeitalter“ ist ein poetisches Erlebnis!

Karl Anton, 1953 in Staßfurt geboren, lebte längere Zeit in Magdeburg und Halberstadt. Nach seinen Worten hat die Liebe ihn nach Leipzig gezogen. Hier lebt und arbeitet er seit 2003 als freischaffender Künstler und Autor.
Das Leben von Karl Anton ist ein bewegtes. Bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahr war er Gefängnisdirektor. Dann, nicht für jeden verständlich, hängte er den sicheren Job des Beamten auf Lebenszeit an den Nagel und wurde freischaffender Maler.
Ein Verlag in Quedlinburg war der Auffassung, dass Karl Anton in seinem Leben eine Menge über kriminelle Energie erfahren hat und überredeten ihn, einen Kriminalroman zu schreiben. Aus dem Erstling in der Harzkrimireihe sind drei Romane geworden. Im Frühjahr, zur Leipziger Buchmesse, ist ein Band mit Erzählungen unter dem Titel „Murphy hat immer Recht“ erschienen. Eine heitere Auseinandersetzung mit den Widrigkeiten des Alltags.
Karl Anton hat einmal Psychologie und Pädagogik studiert. Diesen Aspekt bringt er mit der Malerei zusammen. In einem Verein in Leipzig unterstützt er durch therapeutische Malkurse psychisch Kranke und ihre Angehörigen bei der Bewältigung des Alltags.
Außerdem kann man Anton auf den Wanderrouten des Harzes antreffen. Karl Anton ist Profiwanderer. Er bekommt also Geld für das Wandern. Wie geht das? Fragen sie ihn selbst.
Am 30. Juni 2012, 15.00 Uhr zur Ausstellungseröffnung „Das goldene Zeitalter“ auf dem Schloss in Stolberg wird der Künstler anwesend sein.
Ebenfalls gibt es eine Lesung mit dem neuen Buch „Murphy hat immer Recht“ am 28. Juli 2012, 20.00 Uhr ebenfalls auf dem Schloss.
Die Ausstellung ist bis zum 02. September 2012 zu besichtigen.

Quelle: Tourist-Information Stolberg

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