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Wittenberg: Im Alter zu Hause leben- eine Herausforderung für Kommunen, Dienstleister und ältere Menschen

Pressemeldung vom 6. Dezember 2010, 12:34 Uhr

Die Sicherung der Finanzierung sozialer Leistungen, die Vernetzung von Angebotsstrukturen und die Stärkung der Eigenverantwortung im Bereich der gesundheitlichen Prävention sind wesentliche Voraussetzungen, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können.
Dies ist ein zentrales Ergebnis der Fachtagung „Zukunft Alter – Zu Hause leben. Lebensqualität sichern“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), deren Vorsitzende, die Alternsforscherin Prof. Dr. Ursula Lehr, an die Eigenverantwortung eines jeden appellierte: „Langlebigkeit verpflichtet zu einem gesunden und kompetenten Älterwerden.“ Sie forderte aber auch Produktgestalter, Architekten und Kommunen auf, eine seniorengerechte – d.h. menschengerechte – Umwelt zu schaffen.
Prof. Dr. Reiner Klingholz, Berlin, Institut für Bevölkerung und Entwicklung, zeigte auf, dass der demografische Wandel und Bevölkerungswanderungen innerhalb Deutschlands, vor allem in ländlichen Gebieten, die Bevölkerungsstruktur massiv verändern werden. Die Betreuung, Versorgung und Pflege der stark wachsenden Zahl allein lebender älterer Menschen werden daher zu einer großen gesellschaftlichen und kommunalen Herausforderung. Mit zunehmendem Alter, insbesondere bei körperlichen oder demenziellen Beeinträchtigungen, wird der Bedarf an Dienstleistungsangeboten für die Aufrechterhaltung der selbstständigen Lebensführung im eigenen Wohnumfeld einschließlich einer ausgewogenen Ernährung und ausreichenden Bewegung steigen.
Es stellen sich daher für Verantwortungsträger, insbesondere in den ländlichen Räumen, die Fragen: Auf welche Weise kann die Lebensqualität älterer Menschen im eigenen Wohnumfeld gesichert werden? Welche Unterstützungsangebote und Serviceleistungen sind sinnvoll und wie können die Angebote organisiert, koordiniert und nicht zuletzt finanziert werden?
Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Julia Klöckner, stellte IN FORM, Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung, vor.
Gemeinsam mit dem Jury-Vorsitzenden Dr. Hans Peter Huber, Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin, zeichnete sie auch die Preisträger des BAGSO Bundeswettbewerbs 2010 „Wir schaffen’s in kleinen Schritten aktiv bis 100!“ aus.
Der Bundeswettbewerb wurde zum dritten Mal durchgeführt. Die Geldpreise im Gesamtwert von 4.100 € wurden von LINDA Apotheken und der GABA Meridol Forschung gestiftet. Die Jury hatte drei Preisträger ausgewählt.
Preis
Serpil-Sehray Kilic, Mitarbeiterin im AWO Unterbezirk Gelsenkirchen/Bottrop, Internationales Migrantenzentrum; Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Gelsenkirchen. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Präventionsmaßnahmen für Frauen mit Migrationshintergrund über 50“. Es bietet in zwei Gruppen Frauen über 50 Jahre regelmäßig Kurse mit Bewegungsübungen und vermittelt grundlegende Informationen zur gesunden Ernährung.
Preis
Ines Wagner, Mitarbeiterin bei INQUA gGmbH, Integration – Quali?zierung – Arbeit, Halle, wurde ausgezeichnet für ihre Arbeit mit langzeitarbeitslosen älteren Menschen, die in einer umfassenden Qualifizierungsmaßnahme einschließlich einer Gesundheitsprävention durch gesunde Ernährung und Bewegung gefördert werden.
Sonderpreis
Sabine L. Distler, Leiterin des Senioren- und P?egezentrums Artelshofen, erhielt den „Mundgesundheitspreis 60+“. Dort werden Präventionsmaßnahmen wie Mund- und Zahnpflege sowie eine ausgewogene Ernährung und personengerechte Bewegung in vorbildlicher Weise im Betreuungs- und Pflegealltag umgesetzt.
Die Teilnehmenden der Fachtagung erörterten anschließend in Arbeitsgruppen mit Expertinnen und Experten verschiedene Aspekte zur Erhaltung der Lebensqualität im eigenen Wohnumfeld und diskutierten Handlungsoptionen der Akteure.
Zentrale Fragen lauteten:
Welche Anforderungen stellen ältere Menschen an haushaltsnahe Dienstleistungen? Welche Qualitätskriterien sollten Dienstleistungen aus Verbrauchersicht erfüllen?
Was können oder müssen Kommunen leisten, um die Versorgung und Betreuung älterer Menschen zu sichern?
In welcher Weise können Träger der häuslichen Pflege oder Anbieter von Essen auf Rädern mehr Betreuungsaufgaben übernehmen?
Wie können zusätzliche Versorgungs- und Betreuungsleistungen finanziert werden?
Die Veranstaltung am 25. November 2010 in Berlin fand im Rahmen des Projektes „Im Alter IN FORM: Gesund essen, mehr bewegen“ in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, den Verbraucherzentralen der Länder, der Deutschen Gesellschaft für Alterszahnmedizin und dem Deutschen Turner-Bund mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz statt.

Die Tagungsdokumentation wird im März 2011 veröffentlicht und kann angefordert werden bei der

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Bonngasse 10
53111 Bonn
inform@bagso.de

Quelle: Lutherstadt Wittenberg

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